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Komm ins Reine mit der Kuration von Inhalten: Die Pros. Die Cons. Und 6 Prinzipien.

Ist Kuration ein Segen für jeden Inhalt-hungrigen Marketer oder ein Fluch, der sich als ‘Thought Leadership’ tarnt?


Kurationen sind nicht mehr nur etwas für Kunstgalerienbesitzer (Quelle: Marshall Astor)

Vor vier fünf Jahren war Kuration etwas, wovon nur Kunstgalerienbesitzer Ahnung hatten. Jetzt ist es so ein heißes Thema unter B2B Marketern, dass du sogar schon einen Guide brauchst, um aus den verschiedenen Kurations-Tools zu wählen.

Content Curation (aka die Kuration von Inhalten) ist schon ein seltsames Thema. Es ist entweder das beste, das Content Marketern passieren konnte, oder völliges Marketing-Fehlverhalten. Oder, in Wirklichkeit, ist es beides. Hier ist ein Post von Michael Gaasterland, der beschreibt, was Content Curation eigentlich ist. (Oder, hier in einem Satz: Du teilst einfach interessante Inhalte, die du im Web irgendwo gesehen hast, mit deinem Netzwerk, anstatt neue Inhalte selbst zu entwickeln.)

Und hier sind eine Handvoll Gründe, warum Kuration eine erbärmliche Kunst ist, und welche, die dieser Aussage widersprechen:

Gegen Kuration: Es ist ein trauriger Versuch sich als ein ‘Meinungsführer’ darzustellen, obwohl man einfach nur die Ideen und Meinungen anderer zusammensammelt.

Pro Kuration: Es zeigt, dass du, was die Entwicklungen deines Marktes betrifft,  auf dem Laufenden bist und verstehst, welche Beiträge von großer Bedeutung sind.

Gegen Kuration: Du pflanzt einen unnötigen Baum im Wald, den man schon eh vor lauter Bäume nur schwer sehen kann. Vor allem, weil du nur schon existierende Inhalte wieder hervorwürgst.

Pro Kuration: Jede Meinung ist einzigartig, und schlaue Kommentare zu wichtigen Nachrichten können sogar noch wichtiger (und hilfreicher) sein als die Nachricht selbst.

Gegen Kuration: Egal wie vorsichtig und recherchiert der Inhalt auch gewählt wurde, du verspielst dir deine Möglichkeit das uns noch Unbekannte zu evangelisieren.

Pro Kuration: Falls du interessante Personen und Stimmen deiner Industrie kuratierst, baust du Beziehungen mit Menschen auf, die die Welt so sehen wie du.

Gegen Kuration: Vielzuoft ist der originale Beitrag einfach zu 100% besser als der Versuch der Kuration.

Pro Kuration: Die Kuration schenkt dem originalen Inhalt Aufmerksamkeit, und gibt dir die (un-)verdiente Anerkennung.

Gegen Kuration: Du kuratierst, wenn Du keine Zeit, Energie, Engagement oder Entschlossenheit hast, um selbst Inhalte zu schaffen. Letztendlich, ist es gut gemeinter Spam.

Pro Kuration: Hand aufs Herz. Alles ist irgendwie irgendwoher abgeleitet. Sogar der beste, selbstgeschriebene Inhalt ist eigentlich eine gut versteckte Kuration. Beiträge bauen aufeinander auf.

Jedes Mal, wenn wir mit einem Kunden anfangen über Kuration zu sprechen, haben wir immer diese Gedankenkonflikte in unserem Hinterkopf. Und wir verachten alle, die nur rein positiv über Kuration sprechen (labernder Idiot) oder, sich darüber nur negativ äußern (griesgrämiger Dummkopf).

Kuration kann von einer Eins Plus bis zur Fünf Minus variieren. Normalerweise, wenn’s richtig gut gemacht wird, nimmt jemand eine einzigartigen Standpunkt bezüglich eines Themas ein, sucht nach wertvollen Argumenten und Inhalten und nimmt sich Zeit, diese in Perspektive zu bringen. So gewinnt der Inhalt an Kraft; und Wert.

Im einfachsten Fall stößt du auf einen unberührten Gedanken über ein Thema, das eine bestimmte Person interessiert, und teilst diesen mit ihr, mit einer kleinen Nachricht angehängt. Im glücklichsten Fall ist es ein superschlauer Beitrag, den du in Mash-ups wie Reddit oder in genialen E-Mail Newslettern wie The Media Briefing findest.

Trotzdem stellt sich immer noch die Frage, ob Kurations-Tools wie paper.li, Curata und Cutation Station wirklich hilfreich sind? Kann ein Tool den Prozess, den wir oben beschreiben, wirklich automatisieren und beschleunigen? Und wenn du genauer darüber nachdenkst – wann hast du jemals von einer Kunstgallerie gehört, die ein Kurations-Tool für ihre nächste Ausstellung benutzt?

Kuration ist die falsche Antwort, wenn die Frage ” Wie kann ich meinen Verkaufstrichter mit billigen Inhalten blitzschnell füllen?” lautet.

Kuration ist die richtige Antwort, wenn die Frage “Wie kann ich Leuten ein besseres Verständnis über die Dinge geben, von denen ich Ahnung habe und die ich liebe ?” lautet.

Das sind die Fragen, die wir uns jedes Mal stellen, wenn wir Content Curation vorschlagen. Hier sind einige Prinzipien, die wir allen Kurations-interessierten ans Herz legen würden:

  1. Halte die 50/50 Waage: Jedes Mal, wenn du einen Beitrag kuratierst, solltest du selbst einen schreiben und veröffentlichen. Das bedeutet, dass dein E-Mail Newsletter zu 50% aus eigenen Inhalten und zu 50% aus Inhalten anderer besteht (mit Quellenverweis natürlich).
  2. Mehr als nur einen Link: Wir leben in der Zeit des entspannten Teilens. Spannung zeigt aber, dass du dich interessierst. Einen Link schicken kann jeder. Falls du etwas kuratieren und teilen willst, füge etwas hinzu. Einen neuen Einblick. Ein Kommentar. Aber nicht mehr als wirklich nötig.
  3. Setz den Hut ab: Falls du den Inhalt einer Person kuratieren möchtest, bist du es dir und der Person schuldig, offen darüber zu sein. Idealerweise ist es jemand, den du followst und mit dem du schon Gedanken austauschst. Und vergiss nicht, ihm auch Anerkennung zu geben.
  4. Grenz dich ein: Falls du eine Person bist, die nur eine Stunde in der Woche Zeit hat, kannst du nicht einen guten Newsletter über Cloud Technologien kuratieren. Je weniger Zeit du hast, desto fokussierter und begrenzter sollten deine Inhalte und Zielgruppen sein.
  5. Übergib die Zügel: Gib den Leuten, für die du kuratierst – so weit es auch nur geht – die Möglichkeit, die Inhalte in Zukunft zu beeinflussen. Firmen wir Reddit haben auf dieser Idee ihre Existenz aufgebaut.
  6. Lass es im Zweifel sein: Wir alle werden mit Inhalten überhäuft. Falls du auch nur einen kleinen Zweifel hast, ob du eines deiner Stücke teilen sollst oder nicht, mach’s lieber nicht. Es ist besser auf das richtige zu warten, als jemanden mehr oder weniger zu spammen.

Für all die, die hinter die Kulissen dieses Posts schauen wollen, hört euch unsere Soundcloudaufnahme auf Velocity’s Facebook Seite an (auf Englisch).

PS: Der Inhalt dieses Posts stammt nicht von mir. Ich habe Ryan Skinner’s Post (mein Kollege) kuratiert kopiert.


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